Die Gründung des Alice-Hospitals und der
Alice-Schwesternschaft ist auf die vielfältigen sozialen Aktivitäten von Prinzessin Alice, der zweiten Tochter Queen Victorias, die 1862 als Frau des Großherzogs Neffen und Thronfolgers Ludwig IV. nach Darmstadt kam, zurückzuführen. Die in der Erziehung stark von den liberalen Ideen des Vaters Prinz Albert geprägte Alice entwickelte, beraten von Florence Nightingale, im "Alice Frauenverein für Krankenpflege" ein neues Konzept professioneller Krankenpflege. Unter tatkräftiger Mitwirkung der Prinzessin, die den Hof konsternierte, indem sie, wie einst die Ahnfrau, auch selbst in die ärmeren Viertel der Residenz ging, um Hilfe zu leisten, entstand nach ersten Bewährungsproben in den Lazaretten der Kriege von 1866 und 1870/71 das "Alice Hospital".
Das Alice-Hospital war von Anfang an bis in die heutige Zeit ein "Beleg-Krankenhaus".
Bereits die sogenannten "Neuntöter" wirkten als Belegärzte im alten Mauerspitälchen in der Mauerstraße 17, d. h., sie betreuten ihre Patienten in Praxis und Klinik. Dieses Prinzip des Belegarztwesens hat sich in mehr als 100 Jahren des Bestehens des Alice-Hospitals immer bestens bewährt, und deswegen hat man auch dieses System nach dem Neubau des jetzigen Alice-Hospitals 1936 bis heute beibehalten.
Unterbrochen wurde die Belegärztliche Arbeit durch den 2 Weltkrieg, als das neu erbaute Alice-Hospital, damals das modernste Krankenhaus Europas (Darmstädter Tagblatt vom 10. Oktober 1936) zum Lazarett wurde.
Danach wuchs das Ansehen des Alice-Hospitals zusehends weiter. Die Schäden des Krieges wurden behoben und das Haus den neuen Anforderungen einer sich rasch weiter entwickelten Medizin angepasst.