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06-06-2018

Fußballspielen hat unschlagbare Vorteile

So bleibt man gesund und fit

 

Dr. Andreas Winter, leitender Oberarzt der Darmstädter Kinderkliniken und Kinderdiabetologe/-Endokrinologe, spielt beim Alice Fußball-Team. Es trifft sich jeden Donnerstagabend für zwei Stunden zum Kicken.

Herr Dr. Winter, Sie spielen in Ihrer Freizeit regelmäßig Fußball. Was sind die Vorteile von diesem Sport?

Ich habe mal eine Studie gelesen, dass zwei Stunden Fußballspielen die Woche schon einen sehr starken gesundheitlichen Effekt hat. (lacht) Es ist gut für den Kreislauf, senkt den Blutdruck und steigert die Lebensqualität. Außerdem macht es viel Spaß und motiviert, sich zu bewegen. Wir sind hinter dem Ball her wie der Hund hinter der Wurst. (lacht)

Wenn man ein Tor schießen will, überwindet man sich eher, noch mal Gas zu geben…

Genau, der Ball ist eine externe Motivationsquelle, die einen zum Laufen bringt. Ich muss mich also nicht wie etwa beim Joggen gegen ein Nichts motivieren und brauche nicht so viel mentale Kraft. Beim Fußball bin ich automatisch angespornt zu laufen, durch mich und durch die Gruppe.

Der Aspekt Mannschaftssport spielt auch eine wichtige Rolle?

Ja unbedingt, dadurch steigt das soziale Wohlbefinden. Unsere Fußballgruppe ist eine Bereicherung. Wir gehen auch mal zusammen was trinken. Ein weiterer Vorteil: Man ist nicht allein, wenn beim Sporttreiben was passiert. Viele Jogger laufen für sich allein im Wald. Das ist kritischer.

Beim Fußballspielen wechselt das Tempo vom Gehen über das Laufen bis zum Sprint. Was bewirkt das?

Das ist sehr effektiv, denn dadurch werden abwechselnd unterschiedliche Muskelgruppen beansprucht. Ein Fußballspieler rennt rechts, links, vor und zurück. Er muss abrupt beschleunigen und bremsen.

Beim Fußball wird der Körper vielfältiger beansprucht?

Genau, die permanenten Richtungswechsel trainieren auch die Koordination des Körpers. Beim Fußball ist man zudem ständig in der Gleichgewichtskorrektur. Das sind halt unschlagbare Vorteile dem Joggen gegenüber. Und es ist auch super für ältere Menschen. (schmunzelt)

Welche Risiken gibt es?

Natürlich gibt es beim Fußball ein Verletzungsrisiko. Zum einen durch mich selbst, wenn ich mich nicht richtig aufwärme, mich als Ungeübter überfordere. Das wird oft unterschätzt! Die permanenten Richtungswechsel sind zwar gut für die Muskeln, belasten aber die Gelenke. Zum anderen gibt es die Gefahr durch andere.

Wie ist das beim Alice-Fußballteam?

Wir sind ja eine reine Freizeitgruppe. Das heißt, wir achten bewusst darauf, uns nicht zu verletzen. Wir sind konsequent und grätschen nicht, gehen auch nicht direkt auf den Mann. Eher lassen wir mal den Ball sein. (lacht) Kopfbälle zu schießen hat auch seine Schattenseiten. Dabei entstehen jedes Mal Mikrotraumata. Zum Glück sind wir beim Alice-Fußballteam, ich sag mal, eher unmusikalisch, was das Kopfballspielen betrifft. (lacht) Und wenn es mal vorkommt, ist das nicht so schlimm, weil wir die Bälle nicht so hart schlagen.

Wie steht es mit der Ausrüstung?

Man sollte sich im Team einig sein, ob man auf Rasen mit oder ohne Stollen spielt oder den Mittelweg geht und die sogenannten Tausendfüßler mit Noppen wählt. Natürlich bleibt es dann jedem selbst überlassen. Um andere nicht zu gefährden, sollte man mit Stollen aufpassen, nicht mit offener Sohle zu spielen. Im Freizeitkick haben wir keine Schienbeinschoner. Bei Turnieren oder bei sehr ambitionierten Teams würde ich welche empfehlen.

Gibt es eine goldene Regel, um gesund Fußball zu spielen?

Das Wichtigste ist, sich vorher richtig aufzuwärmen, sich gut zu strecken. Dafür sollte man sich mindestens 15 Minuten Zeit nehmen. Die vielen verschiedenen Bewegungen beim Spiel beanspruchen die Muskeln stark. Wenn diese kalt sind, kann es eher zu Rissen und Zerrungen kommen.

Haben Sie das schon erlebt?

Ja, ich hatte einen Muskelfaserriss. Das fühlte sich an wie ein Peitschenhieb in der Wade. Das heilte dann in ein paar Wochen. Der Muskel wächst relativ schnell zusammen, schlimmer ist es, wenn die Bänder betroffen sind. Etwa wenn die Muskeln schwach sind, müssen die Gelenke alles halten und reißen eher. Im Alter geht zudem alles schneller kaputt und dauert länger, bis es wieder heilt. (grinst)

Haben Sie noch weitere Tipps?

Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören. Beim Fußballspielen lässt man sich schnell dazu verleiten, auf die Erwartungen der anderen zu reagieren. Man will nicht blöd dastehen und überfordert sich deswegen. Und: Wie bei jedem Sport gilt, dass man sich ab 35 plus regelmäßig einem medizinischen Checkup mit einem normalen oder besser einem Belastungs-EKG unterziehen sollte. Denn sowohl beim Fußball als auch beim Joggen gibt es ein Risiko für akuten Herztod.

Reicht es aus, wenn man nur Fußball spielt?

Wichtig ist, eine gute sportliche Grundperformance zu haben. Die erreicht man nicht, wenn man nur einmal in der Woche Fußball spielt. Ideal ist es, wenn man daneben auch anderen Sport treibt, z. B. Rad fährt, joggt oder ins Fitnessstudio geht.

Die Mischung macht es also?

Wie überall, wie bei den Aktien auch beim Sport. (schmunzelt) Es ist wichtig, nicht einen Körperbereich überzustrapazieren und andere Bereiche zu vernachlässigen. Der Körper sollte insgesamt gut trainiert sein.

Wenn man fit ist, macht vermutlich auch das Fußballspielen mehr Spaß?

Ja, das löst eine Positivspirale aus: Wenn ich merke, ich bin auf dem Platz plötzlich schneller als früher, ich komm anderen hinterher, denen ich früher nicht hinterhergekommen bin, dann motiviert mich das, extra Fitness zu machen.

Wieviel Sport sollte man insgesamt treiben, um gesund zu sein?

Die WHO empfiehlt 150 Minuten Sport pro Woche – oder eine halbe Stunde am Tag. Es gibt Studien, die sagen, es reicht sogar eine Viertelstunde am Tag. Es muss nur regelmäßig sein. Die untersuchten Endpunkte mit positivem Ergebnis sind dabei immer Kreislauf (also Blutdruck, Puls), metabolische Werte wie Blutzucker, Blutfette und Gewichtsabnahme. Natürlich sind auch die positiven Effekte auf Lebensqualität und verschiedene andere Grunderkrankungen nicht zu vernachlässigen; Studien zeigen, dass z. B. regelmäßiges Laufen den Verlauf von Parkinson verlangsamt, Demenz aufhält und die Gedächtnisleistung steigert.

Was machen Sportmuffel?

Am besten ist es, bereits möglichst viel Bewegung in den Alltag einzubauen. Also die Treppe zu nehmen statt den Aufzug, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Bereits zehn bis 15 Minuten am Tag reichen, um über die Schwelle für messbare gesundheitliche Verbesserungen zu kommen.

Die Mitarbeiter der Kinderkliniken und des Alice-Campus nehmen ja auch am Merck-Lauf teil…

Ich will ganz dick unterstreichen, dass es toll ist, dass hier der Merck-Lauf so gefördert wird. Das motiviert auch Leute, die sonst vielleicht keinen Sport machen. Ich habe noch von keinem gehört, er laufe da nicht mehr mit. Im Gegenteil: Man denkt sich, nächstes Mal möchte ich ein bisschen besser sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

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